Wer lacht, denkt nicht.

Es gibt da eine kleine Weihnachtstradition, eher so auf emotionaler Ebene. Alles, was ich in den vergangenen Monaten erlebt, gelernt, gefühlt, verloren und gewonnen hab, durchlebe ich am Ende des Jahres im Zeitraffer. Stroposkopartig blitzen Erinnerungen auf, schöne und weniger schöne, Erfahrungen, die mich verändert haben, Worte, die weh tun, Menschen und Momente, die bleiben. In diesen Tagen ist Zeit zum Atmen und Begreifen, zum Wünschen und Teilen. Bisher habe ich meine Gedanken zum Fest in kurzen Weihnachtsansprachen für die Familie festgehalten. Heute versuche ich es hier.

Gelandet.

Normalerweise gibt es solche Aussichten nur im Urlaub, jetzt aber ist das unser Zuhause - eine Erkenntnis, die noch etwas braucht, um wirklich im Kopf anzukommen. Das Herz immerhin, hüpft seit unserer Ankunft im Westerwald regelmäßig vor Freude auf und ab. Und das liegt nicht nur daran, dass wir hier gerade unseren Traum vom Leben auf dem Land verwirklichen, sondern vor allem an den Menschen.

Mama macht frei.

Nun sitze ich hier. Allein, in meinem Auto. Und ich fahre, ganz weit weg. Aus den Lautsprechern dröhnen die Lieder meines Lebens. Im Rückspiegel sehe ich einen lilafarbenen Himmel, wie er schöner nicht sein könnte. Und mein Herz schlägt im Takt der Musik. So doll, dass es fast aus meiner Brust springt. Ich bin frei. 

Kein Vergleich.

"Hey, ich hab da mal eine Frage...", wenn es schon so los geht. Genervt und ein bisschen sensationsgeil schaue ich auf mein Handy und warte, was kommt. "Die Kleine hat da seit heute so einen komischen Ausschlag und ich wollte mal fragen, ob das jemand von euch auch schonmal hatte und was das sein könnte." Es folgt eine unscharfe, mikroskopische Aufnahme eines circa drei Nanometer kleinen roten Punktes.